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Kinderhände bauen einen Turm aus Holzklötzen und einem grauen Rohr auf einem Tisch.

3. Das Thema „Kräfte und Gleichgewicht“ in der Grundschule

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3.1 Das Thema „Kräfte und Gleichgewicht“ als Gegenstand naturwissenschaftlicher und technischer Bildung1

In vielen Situationen ihres Alltags begegnen bereits junge Kinder Phänomenen, die mit Kräften und Gleichgewicht in Verbindung stehen. Sie staunen, beobachten und stellen Fragen: Wie lässt sich ein Turm möglichst hoch bauen, ohne umzukippen? Können Bauklötze nach außen überstehen, ohne dass der Turm zusammenfällt? Wie lässt sich wippen, wenn auf der einen Seite nur ein Kind sitzt, auf der anderen Seite jedoch zwei Kinder sitzen? Was hilft mir, einen sehr schweren Gegenstand zu heben? Warum hat ein Fahrrad mehrere Gänge? Was unterscheidet das Fahrradfahren in einem großen Gang vom Fahren in einem kleinen? An diese Fragen lässt sich im Unterricht anknüpfen. Die Schülerinnen und Schüler können dabei relevante Erfahrungen zu Kräften, Gleichgewicht, schiefen Ebenen, Hebeln und Getrieben machen, neues Wissen aufbauen und auf Phänomene und technische Gegenstände aus dem Alltag anwenden.

Im Alltag und in der Technik spielen Kräfte und Gleichgewicht, Hebel und weitere Hilfsmittel zum Vergrößern oder Verkleinern von Kräften eine große Rolle. Manchmal ist das erst auf den zweiten Blick ersichtlich: Fernsehtürme, Wolkenkratzer oder „Menschen-Pyramiden“ müssen standfest gebaut sein. Während der Evolution haben sich Muskeln und Skelett des Menschen zu einem hochkomplexen „Apparat“ entwickelt, der auf raffinierte Weise Bewegungen mit unterschiedlichsten Kräften ermöglicht. Mit Flaschenöffner, Zange und Schraubendrehern lassen sich die eigenen Kräfte vergrößern. Ob Fahrrad, Motorrad oder Auto – jedes Gefährt sollte kleinere und größere Gänge aufweisen; Ketten-, Riemen- oder Zahnradgetriebe machen dies möglich. Bei vielen Alltagsbeispielen handelt es sich um technische Gegenstände bzw. Vorgänge, bei denen physikalische Gesetzmäßigkeiten zur Anwendung kommen. Aus diesem Grund ist das Thema Kräfte und Gleichgewicht geradezu dafür prädestiniert, Naturwissenschaften und Technik fächerübergreifend zu vernetzen.

Die Entwicklung der Menschheit wurde immer wieder durch Bauten, Vorgänge und Werkzeuge geprägt, in denen Kräfte und Gleichgewicht eine zentrale Rolle spielen: Menschen bau(t)en Häuser, von einfachen Holz- und Lehmhütten bis hin zum aktuell höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Chalifa-Wolkenkratzer in Dubai. Herrscherinnen und Herrscher bauten Pyramiden, Schloss- und Kirchtürme, den Turm zu Babel und den Eiffelturm. Beim Tüfteln und Basteln wurden Werkzeuge und Geräte entwickelt, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, z. B. Sahneschläger, Nussknacker, Waage, Türklinke, Schubkarre, Kran und Schraubenschlüssel. Die Entwicklung der Verkehrsmittel wäre nicht so stürmisch erfolgt, gäbe es nicht Kugellager, Pedale, Steuerknüppel, Kettenschaltung oder Getriebe.

Die erwähnten Fragen von Kindern, die aufgeführten Alltagsgeräte und historischen Beispiele zeigen: Das Thema Kräfte und Gleichgewicht stellt für die Naturwissenschaften, insbesondere für die Physik, aber auch für die Technik, die Geschichte, den Sport und die Hauswirtschaft ein wichtiges, fächerübergreifendes Thema dar. Es lassen sich einerseits zentrale naturwissenschaftliche Begriffe und Konzepte wie Kraft, Schwerpunkt, Hebel, Gleichgewicht und Reibung vorbereiten. Andererseits können grundlegende naturwissenschaftliche Arbeits- und Denkweisen wie das Planen, Durchführen und Auswerten von Versuchen bzw. Experimenten sowie technische Arbeits- und Denkweisen wie das Konstruieren, Optimieren und Evaluieren gefördert werden.

Darüber hinaus besitzt das Thema Kräfte und Gleichgewicht besondere didaktische und unterrichtsmethodische Potenziale. Vor allem eignet es sich gut für forschend-entdeckend und problemlösend angelegte Lernsituationen. Viele grundlegende Versuche lassen sich mit vertretbarem Materialaufwand als Schülerversuche durchführen. Einfache Konstruktionsaufgaben können von den Schülerinnen und Schülern selbstständig gelöst werden. Auch Lernende mit geringen Vorerfahrungen können so zentrale Vorstellungen zu Kräften und Gleichgewicht entwickeln. Das breite Themenspektrum und die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der zu erarbeitenden Aspekte bieten zudem gute Möglichkeiten zur individuellen Förderung und zur eigenständigen Vertiefung des Themas.

Das Thema Kräfte und Gleichgewicht taucht in fast allen Bundesländern in den Lehrplänen oder Kerncurricula für den Primarbereich auf. Wie das Thema im Elementarbereich vorbereitet und im Sekundarbereich weitergeführt werden kann, zeigen abgestimmte Bildungsangebote für den Elementar- und Sekundarbereich, die online verfügbar sind (www.telekom-stiftung.de/minteinander-materialien).

3.2 Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern zum Thema „Kräfte und Gleichgewicht“ – Lernschwierigkeiten und Lernmöglichkeiten2

Das Thema Kräfte und Gleichgewicht ist für viele Schülerinnen und Schüler interessant. Sie bringen vielfältige intuitive Erfahrungen aus dem Spiel und dem Alltag mit, an die der Unterricht anknüpfen sollte. In einigen Bereichen gibt es allerdings Lernschwierigkeiten, denen wir als Lehrkräfte unbedingt Rechnung tragen müssen. Der Unterricht zum Thema Kräfte und Gleichgewicht nimmt diese Lernschwierigkeiten auf und berücksichtigt sie bei der vorgeschlagenen Unterrichtsgestaltung.

Unterricht in Klasse 2/3 (auch 1)

Stabilität (Standfestigkeit) erforschen

Kinder bauen Türme aus Klötzen oder Legosteinen. Spielerisch-explorativ versuchen sie, höhere und stabilere Türme zu bauen. Solche Erlebnisse führen – durch Nachdenken und durch den Austausch mit anderen – zu ersten Erfahrungen und Erkenntnissen. Im vorgeschlagenen Unterricht werden diese intuitiven Vorerfahrungen aufgegriffen, beim Konstruieren von stabilen Türmen angewendet und durch technische Experimente überprüft. So finden die Schülerinnen und Schüler heraus, dass Türme stabiler sind, wenn sie unten schwerer gemacht werden, eine größere Standfläche haben oder breiter abgestützt sind. In Gegenständen aus dem Alltag finden sie diese Prinzipien der Stabilisierung anschließend wieder. Neben dem Experimentieren erlernen sie so, Funktionszusammenhänge zu analysieren.

Gleichgewicht herstellen am zweiseitigen Hebel – auf dem Weg zum Hebelgesetz

Das Herstellen von Gleichgewicht ist Kindern aus dem Spiel gut vertraut; z. B. erfahren sie beim Balancieren auf einer Mauer oder auf einem Baumstamm, wie leicht man aus dem Gleichgewicht gerät und was man tun muss, um im Gleichgewicht zu bleiben (z. B. die Arme ausstrecken, Gegenbewegungen vollführen). Auch von der Wippe ist ihnen bekannt, dass ein schweres Kind beim Wippen nach vorn rutschen muss, damit das Wippen gut möglich ist und sich beide Kinder gleich anstrengen müssen, um sich vom Boden abzustoßen. Beim Bau von Mobiles aus vorgefertigten Teilen nutzen die Schülerinnen und Schüler dieses intuitive Wissen, um die Mobilestäbe waagerecht auszubalancieren. Etwaige Fehlvorstellungen werden dabei direkt während der Handlung korrigiert – schiebt man das Gewicht zur falschen Seite, so kippt der Stab dort nach unten.

Den entdeckten Zusammenhang formulieren die Schülerinnen und Schüler anschließend qualitativ, indem sie das Erfahrene reflektieren: Je mehr Gewicht an einen der (Hebel-)Arme gehängt wird, desto kürzer muss der (Hebel-)Arm sein, an dem dieses Gewicht hängt. Dann ist der Mobilestab im Gleichgewicht und hängt waagerecht. Weitere Beispiele (Knobelaufgaben zu Wippe und Kran) vertiefen das entdeckte Prinzip.

Gleichgewicht herstellen durch Verlagerung des Schwerpunkts

Auch balancierende Gleichgewichtsfiguren dürften vielen Kindern bekannt sein. Warum die Figuren nicht zur Seite kippen, ist den meisten Kindern allerdings nicht bewusst. Im Unterricht entdecken sie handelnd, dass der Clown auf dem Seil balanciert, wenn sie ihn an den „Füßen“ beschweren. Sie stellen fest, dass dieses Gewicht unterhalb des Drehpunkts angebracht werden muss und zudem ausreichend groß und gut verteilt sein muss, damit die ausgestreckten Arme des Clowns waagerecht sind.

Unterricht in Klasse 3/4 (auch 5/6)

Der Begriff „Kraft“

Der Kraftbegriff ist einer der schwierigsten Begriffe in der Physik. Viele Kinder und Erwachsene assoziieren mit diesem Begriff Attribute wie kräftig, stark sein, kraftlos sein – also eine Eigenschaft, die man hat oder in sich trägt. In der Physik dagegen spricht man nur dann von Kraft, wenn zwei „Gegenstände“ aufeinander einwirken. Um diesem wissenschaftlichen Begriff der Kraft näherzukommen, konzentrieren wir uns im vorgeschlagenen Unterricht darauf, dass die Schülerinnen und Schüler Wirkungen der Kraft erfahren und sprachlich beschreiben. Dazu versetzen die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich schwere Bälle in Bewegung. Damit diese ins Rollen kommen, brauchen sie Kraft (ich übe Kraft auf den Ball aus). Wenn sie den rollenden Ball stoppen wollen, brauchen sie ebenfalls Kraft. Je schwerer der Ball ist, desto mehr Kraft brauchen sie, um ihn zum Rollen zu bringen oder ihn abzubremsen. Dass Kräfte in eine bestimmte Richtung wirken und auch gegeneinander gerichtet sein können, thematisiert der Unterricht am Beispiel des Seilziehens – eine Erfahrung, die viele Schülerinnen und Schüler bereits im Spiel gemacht haben. Es zeigt sich: Ziehen die Kinder auf beiden Seiten mit gleich großer Kraft am Seil, heben sich die Kräfte auf, das Seil bleibt ruhig auf der Stelle. Ist die auf einer Seite von den Kindern auf das Seil ausgeübte Kraft größer, bewegt sich das Seil in Richtung der „Mannschaft“ mit der größeren Kraft.

Reibungskräfte – erwünscht oder hinderlich?

Schülerinnen und Schüler bringen viele Alltagserfahrungen bezüglich Reibung mit. Allerdings ist ihnen meist nicht bewusst, dass Reibung in manchen Situationen erwünscht, häufig aber hinderlich ist. Auch dürfte ihnen kaum explizit bekannt sein, dass Reibung eine Kraft ist, die einer Bewegung entgegenwirkt und in ihrer Größe von der Beschaffenheit der gegeneinander bewegten Flächen abhängig ist.

An diese Alltagserfahrungen lässt sich gut anknüpfen: So wissen viele Kinder, dass z. B. das Schieben einer Spielzeugkiste umso anstrengender ist, je rauer der Untergrund ist (z. B. schiebt es sich leichter auf einem glatten Boden als auf einem Teppich). Im Unterricht stellen sie fest, dass das Reiben auf einem Untergrund die Bewegung eines Gegenstands (z. B. eines Pucks) zu bremsen vermag. Sie führen dazu einen einfachen Versuch durch, indem sie ein glattes Holzstück über verschieden raue Untergründe gleiten lassen. Dass der Grad der Rauheit des Untergrunds für die Stärke des „Reibens“ verantwortlich ist, entdecken sie, indem sie verschiedene Untergründe und deren Bremseffekt vergleichen. Der Begriff Reibung lässt sich – diese Erfahrungen aufgreifend – anschließend problemlos einführen.

Erfahrungen haben Kinder auch mit Rädern und Rollen; aber auch hier handelt es sich meist um intuitives, nicht bewusstes Wissen. Der Unterricht knüpft hier an. Die Schülerinnen und Schüler schieben einen schweren Mineralwasserkasten zunächst über den Boden. Dann werden sie gefragt, wie sie sich das Schieben mithilfe von Gymnastikstäben erleichtern könnten. Der Vergleich von modellhaft vergrößerten Reibungsflächen hilft den Schülerinnen und Schülern, den Unterschied zwischen Abrollen und Gleiten zu erfassen. An diese Erkenntnis anknüpfend, lässt sich die Bedeutung des Rads als wichtige Erfindung der Menschheit thematisieren. Abschließend stellen die Schülerinnen und Schüler fest, dass Reibung nicht immer unerwünscht ist, sondern in vielen Situationen auch Vorteile hat – ja sogar notwendig ist: Bei zu wenig Reibung, z. B. auf Glatteis, rutscht ein Auto ohne die passenden Reifen schnell aus der Kurve.

Kraft sparen mit Rampen, Hebeln und Getrieben

  • Rampen: 
    Fragt man Schülerinnen und Schüler, ob sie einen Handwagen lieber einen steilen oder einen flachen Weg hochziehen würden, sind sich die meisten sicher: Das Ziehen geht über den flachen Weg leichter. Auch hier nimmt der Unterricht dieses unbewusste Handlungswissen auf. In einem technischen Versuch „messen“ die Schülerinnen und Schüler mithilfe einer Feder an drei verschieden steilen Rampen, wie viel Kraft zum Hochziehen eines Wagens notwendig ist. Dass Rampen in vielen Alltagssituationen hilfreich sind, um Kraft zu sparen, thematisieren die Schülerinnen und Schüler anschließend anhand von Bildkarten.
  • Hebel: 
    Auch wenn die meisten Schülerinnen und Schüler es nicht bewusst erfahren haben: Sie sind hebelartigen Geräten zum Sparen von Kraft schon oft begegnet, z. B. beim Aufdrehen eines Glasdeckels mit einer Art Kneifzange, beim Zusammendrücken der Knoblauchpresse und des Nussknackers oder beim Flaschenöffner. Vielleicht wissen manche auch bereits, dass sie sich weniger anstrengen müssen, wenn sie am Griff weiter hinten anfassen. Dieses Handlungswissen gilt es aufzugreifen, anzureichern und zu versprachlichen. Im vorgeschlagenen Unterricht werden bewegliche Hebel zunächst am Beispiel des zweiseitigen Hebels thematisiert (einen Tisch mithilfe eines Hebels hochheben). Über einen Versuch erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass sich eine Last mit weniger Kraft anheben lässt, wenn der Hebelarm lang ist. Sie lernen die Fachbegriffe kennen (Last- und Kraftarm, Drehpunkt) und nutzen diese beim Versprachlichen ihrer Erfahrung. Weitere Alltagshelfer lernen die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Stationen kennen – sie beschreiben, auf welche Weise sich Kraft sparen lässt, und bestimmen den Drehpunkt und den Kraftarm bei ein- und zweiseitigen Hebeln. Lernschwierigkeiten können bei einseitigen Hebeln (z. B. der Türklinke) entstehen, da hier kein Lastarm zu sehen ist. Daher beschränkt sich die Auswertung der Stationen auf das Bestimmen von Drehpunkt und Kraftarm. Fragen Schülerinnen und Schüler nach dem Lastarm, so kann die Lehrkraft erläutern, dass dieser bei manchen Geräten sozusagen auf den Kraftarm „geklappt“ ist und auf der gleichen Seite des Drehpunkts liegt wie der Kraftarm.
  • Getriebe: 
    In Regionen, in denen das Fahrradfahren sehr verbreitet ist, verfügen viele Schülerinnen und Schüler über die Erfahrung, dass ein kleiner Gang beim Treten weniger Kraft erfordert als ein großer Gang. Dass sie herunterschalten müssen, wenn sie bergauf fahren, ist ihnen ebenfalls bekannt. Fragt man sie allerdings, wie ein Fahrrad aussehen sollte, damit es fahren kann, zeigen sich überraschend große Unterschiede in den Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler: Einige zeichnen eine Aneinanderreihung irgendwelcher Riemen, Ketten und Räder, ohne allerdings einen Funktionszusammenhang darzustellen. Bei manchen Schülerinnen und Schülern geht die Kette oder der Riemen sogar zum Vorderrad (vgl. Abb. 1 a unten), andere sind sich dagegen schon bewusst, dass das (Zahn-)Rad am Hinterrad kleiner ist als das an den Pedalen (vgl. Abb. 1 b unten).

    Ausgehend von diesen deutlich zutage tretenden unterschiedlichen, teils auch widersprüchlichen Vorstellungen zur Funktion des Fahrrads, ist das Interesse der Schülerinnen und Schüler hoch, das zunächst verdeckte Getriebe des Fahrrads zu untersuchen. Sie beobachten, was mit dem Hinterrad passiert, wenn das Pedal einmal herumgedreht wird. Anschließend erhalten sie die Aufgabe, mithilfe eines Bausatzes von Opitec ein Modell eines Fahrrads zu bauen, bei dem sich das Antriebsrad weniger oft dreht als das Abtriebsrad (Übersetzung ins Schnelle). Den Unterschied im Kraftaufwand erleben und beschreiben sie, indem sie auf dem Schulhof in verschiedenen Gängen eine bestimmte Strecke fahren, dabei zählen, wie oft sie treten müssen, und spüren, wie viel Kraft sie beim Fahren einsetzen müssen.

Abb. 1 a und 1 b: Beispiele für Schülerzeichnungen.3

Die Goldene Regel der Mechanik entdecken

Dass man beim Fahren in verschiedenen Gängen unterschiedlich viel Kraft benötigt, wissen viele Schülerinnen und Schüler – die wenigsten verfügen aber über Vorstellungen dazu, dass man dieses Sparen „bezahlen“ muss. Bei einigen Kindern (auch bei manchen Erwachsenen) mag auch die folgende Fehlvorstellung vorhanden sein: Wenn ich z. B. den flacheren Weg auf den Berg hinauf gehe, verbrauche ich weniger Energie, mein Körper muss dann weniger stark arbeiten. Arbeit bzw. die Energie lässt sich aber nicht einsparen. Kraft kann ich hingegen sparen, indem ich einen längeren Weg in Kauf nehme. Das ist beim Besteigen eines Bergs über unterschiedlich steile Wege unmittelbar einsichtig. Auch beim Fahrrad erfahre ich, wenn ich mich aufmerksam beobachte, dass meine Füße öfter die Pedale herumdrehen müssen, wenn ich in einem kleinen Gang Kraft sparen möchte. Beim Hebel hingegen ist der längere Weg beim Kraftsparen schwieriger zu beobachten: Der Unterschied im zurückzulegenden Weg ist nur wenig größer, wenn ich den Nussknacker am Ende des Griffs statt in seiner Mitte zusammendrücke. Und es macht uns auch nicht viel aus, diesen längeren Weg beim Zusammendrücken in Kauf zu nehmen.

Die Goldene Regel der Mechanik gilt als ein zentrales Grundgesetz der Physik. Die Schülerinnen und Schüler haben im Unterricht die Möglichkeit, diesem Gesetz am Beispiel von drei verschiedenen „Maschinen“ auf die Spur zu kommen, wodurch ein qualitatives Verständnis dieses wichtigen Gesetzes vorbereitet wird – im Sekundarbereich kann dieses dann vertieft und quantifiziert werden.

3.3 Naturwissenschaftliche und technische Bildung heißt: Kompetenzen erwerben

Dass naturwissenschaftliche und technikbezogene Inhalte bereits im Primarbereich wichtige Dimensionen grundlegender Bildung sind, findet inzwischen breite Akzeptanz. Zu einer entsprechenden Grundbildung gehören:

  • naturwissenschaftliches und technisches Wissen sowie die Fähigkeit, dieses Wissen in verschiedenen Kontexten anwenden zu können
  • die Fähigkeit, naturwissenschaftlich und technisch zu arbeiten und darüber zu reflektieren
  • die Bereitschaft, sich mit naturwissenschaftlichen und technischen Themen zu beschäftigen und sich kritisch reflektierend damit auseinanderzusetzen.

Naturwissenschaftliches und technisches Wissen lässt sich in inhalts- und prozessbezogenes Wissen differenzieren. Inhaltsbezogenes Wissen bezieht sich auf naturwissenschaftliche bzw. technische Konzepte und Zusammenhänge; prozessbezogenes Wissen umfasst Wissen über die Art und Weise, wie in den Naturwissenschaften und in der Technik gearbeitet wird.

Naturwissenschaftliches bzw. technisches Wissen und entsprechende Bildungsprozesse lassen sich nicht direkt beobachten. Aus diesem Grund haben wir direkt beobachtbare und konkrete Verhaltensweisen formuliert, die als Indikatoren für das angestrebte anwendungsbezogene Wissen zu verstehen sind. Diese Verhaltensweisen bezeichnen wir als Kompetenzen. Die Kompetenzen beziehen sich – analog zum naturwissenschaftlichen und technischen Wissen – sowohl auf die Inhalte als auch auf die Prozesse. Wir bezeichnen diese beiden Bereiche im Folgenden als inhaltsbezogene (IK) bzw. prozessbezogene Kompetenzen (PK). Die prozessbezogenen Kompetenzen in den Naturwissenschaften kennzeichnen wir mit PK-N, die prozessbezogenen Kompetenzen in der Technik mit PK-T.

Naturwissenschaftliches und technisches WissenNaturwissenschaftliche und technische Kompetenzen
Inhaltsbezogenes Wissen
Wissen über naturwissenschaftliche und technische Konzepte und Zusammenhänge
Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
Naturwissenschaftliches und technisches Wissen anwenden
Prozessbezogenes Wissen
Wissen über naturwissenschaftliche und technische Arbeits- und Denkweisen
Prozessbezogene Kompetenzen (PK)
Naturwissenschaftlich (PK-N) und technisch (PK-T) arbeiten und denken

Inhalts- und prozessbezogenes Wissen sowie zugeordnete Kompetenzen

3.4 Angestrebte Kompetenzen im Unterricht zum Thema „Kräfte und Gleichgewicht“

In diesem Abschnitt werden die im Unterricht zum Thema Kräfte und Gleichgewicht angestrebten inhalts- und prozessbezogenen Kompetenzen vorgestellt. Neben inhalts- und prozessbezogenen Kompetenzen ist auch der Ausbau von motivationalen, sozialen und sprachlichen Kompetenzen ein bedeutender Gegenstand naturwissenschaftlicher und technischer Bildung. Diese Aspekte haben bei der Gestaltung der Lernsituationen eine wichtige Rolle gespielt; sie werden hier aber nicht gesondert aufgeführt.

Das Thema Kräfte und Gleichgewicht verbindet die Naturwissenschaften und die Technik miteinander. Fast alle Teilaspekte dieses Themas haben physikalische Grundlagen, die von den Schülerinnen und Schülern entdeckt werden können. Darüber hinaus werden diese physikalischen Grundprinzipien, z. B. das Hebelgesetz, in technischen Geräten benutzt, um z. B. Kraft zu sparen. Das Wiederfinden solcher physikalischen Grundgesetze in technischen Geräten und das Nutzen dieser Grundlagen, um funktionsfähige technische Gebilde zu konstruieren, ist ebenfalls Gegenstand des vorgeschlagenen Unterrichts. Dabei sind die naturwissenschaftlichen und technischen Bezüge nicht unbedingt voneinander abgrenzbar. Beide Bereiche ergänzen sich vielmehr; so können erarbeitete naturwissenschaftliche Gesetze bezüglich ihrer Anwendung in technischen Gebilden erkundet werden und analysierte Funktionszusammenhänge in technischen Gebilden können das Erarbeiten naturwissenschaftlicher Gesetze unterstützen. Entsprechend geht es bei dem Thema Kräfte und Gleichgewicht nicht nur um die Förderung naturwissenschaftlicher, sondern auch um die Förderung technischer Kompetenzen.

Eine ausführliche Begründung und Erläuterung der Kompetenzen zum Themengebiet Kräfte und Gleichgewicht mitsamt des dazugehörigen Wissens findet sich unter https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/Mechanik-Elementar-Handreichung.pdf in Kapitel 3. Dort wird auch der potenziell stufenartige Aufbau der Kompetenzen vom Elementar- über den Primarbereich bis hin zum Sekundarbereich dargestellt.4 Im Folgenden werden die angestrebten Kompetenzen im vorgeschlagenen Unterricht der Primarstufe zum Themengebiet Kräfte und Gleichgewicht für die Module aufgelistet.

Angestrebte inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen im Themengebiet „Kräfte und Gleichgewicht“ – Primarbereich

  • Unterrichtseinheit 1: Wir erforschen, was Gegenstände stabil macht (3 Sequenzen)

    Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

    Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Stabilität und Gleichgewicht
    IK 3
    • konstruieren einen gegen seitlich einwirkende Kräfte (Wind) standfesten Turm.
    • geben an, dass die Standfestigkeit von technischen Gebilden (z. B. eines Turms) bei seitlich einwirkender Kraft durch Vergrößerung der Standfläche, durch Stützen oder durch zusätzliche Masse am Fuß des Turms erhöht werden kann.
    • formulieren den Zusammenhang zwischen Standfläche bzw. unten angebrachtem Gewicht und Stabilität.
    • nennen Alltagsgegenstände bzw. Situationen, bei denen die verschiedenen Prinzipien zur Verbesserung der Standfestigkeit genutzt werden (Vergrößerung der Standfläche, Beschwerung des Gegenstands unten oder Abstützen des Gegenstands).
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Eine Untersuchung planen
    PK-N 4
    • entwerfen mithilfe der Lehrkraft kontrollierte Experimente zu einfachen Fragen.
    Einen Versuch/ein Experiment aufbauen/durchführen
    PK-N 5
    • bauen einfache Versuche oder Experimente nach Plan auf.
    • führen einfache Versuche oder Experimente durch.
    Dokumentieren/Protokollieren/Daten aufbereiten
    PK-N 8
    • dokumentieren unter Nutzung von Zeichnung und Sprache auf Arbeitsblättern mit vorgegebener Struktur.
    Vergleichen/Ordnen/Systematisieren
    PK-N 9
    • benennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Beobachtungen, Ereignissen und Objekten.
    • nehmen Ordnungen nach unterschiedlichen Kriterien vor.
    Interpretieren/Schlussfolgern/Generalisieren
    PK-N 10
    • formulieren Generalisierungen im Sinne von Wenn-dann- oder Je-desto-Beziehungen aufgrund von Beobachtungen.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-T)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Technik herstellen und konstruieren
    PK-T 1
    • sind in der Lage, einfache technische Problem- bzw. Aufgabenstellungen zu erfassen, entsprechende Lösungsansätze zu entwerfen und zu realisieren.
    • führen technische Versuche durch bzw. beteiligen sich an der Entwicklung.
    Technik erkunden, analysieren und verstehen
    PK-T 2
    • beschreiben technische Zusammenhänge durch Relationsverhältnisse (z. B. mit Je-desto-Formulierungen).
    • untersuchen einfache technische Gegenstände/Prozesse mit teilweise verdeckten Elementen.
    Technik bewerten
    PK-T 3
    • vergleichen und bewerten technische Problemlösungen im Hinblick auf den technischen Zweck, Materialökonomie und Originalität.
    Technik kommunizieren
    PK-T 4
    • vermitteln, diskutieren und dokumentieren Ideen für technische Lösungen verständlich, unter Nutzung von Sprache, Zeichnung oder Demonstration.

    Unterrichtseinheit 2: Wir konstruieren ein Mobile (3 Sequenzen)

    Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

    Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Stabilität und Gleichgewicht
    IK 4
    • beschreiben, dass ein frei drehbar aufgehängter Stab durch Verschieben oder Hinzufügen von Gewichten in eine waagerechte Lage gebracht werden kann.
    • beschreiben, dass bei Verlängerung eines Hebelarms weniger Gewicht und bei Verkürzung eines Hebelarms mehr Gewicht notwendig ist, um die waagerechte Lage (wieder) herzustellen.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Interpretieren/Schlussfolgern/Generalisieren
    PK-N 10
    • formulieren Generalisierungen im Sinne von Wenn-dann- oder Je-desto-Beziehungen aufgrund von Beobachtungen.
    Arbeitsprozesse und -ergebnisse bewerten
    PK-N 12
    • bewerten die Qualität ihrer Arbeiten und der ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-T)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Technik herstellen und konstruieren
    PK-T 1
    • führen Fertigungsprozesse nach Anleitung bzw. nach eigener Planung durch.
    • sind in der Lage, einfache technische Problem- bzw. Aufgabenstellungen zu erfassen, entsprechende Lösungsansätze zu entwerfen und zu realisieren.
    Technik erkunden, analysieren und verstehen
    PK-T 2
    • beschreiben technische Zusammenhänge durch Relationsverhältnisse (z. B. mit Je-desto-Formulierungen).
    • untersuchen einfache technische Gegenstände/Prozesse mit teilweise verdeckten Elementen.
    Technik bewerten
    PK-T 3
    • vergleichen und bewerten technische Problemlösungen im Hinblick auf den technischen Zweck, Materialökonomie und Originalität.
    Technik kommunizieren
    PK-T 4
    • vermitteln, diskutieren und dokumentieren Ideen für technische Lösungen verständlich, unter Nutzung von Sprache, Zeichnung oder Demonstration.

    Unterrichtseinheit 3: Wir erforschen, wie Figuren balancieren (2 Sequenzen)

    Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

    Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Stabilität und Gleichgewicht
    IK 4
    • bringen eine drehbare Figur durch unterhalb des Drehpunkts angebrachte Gewichte ins Gleichgewicht.
    • beschreiben, dass das Gewicht einer drehbaren Figur auf beiden Seiten gut verteilt sein muss, damit die Figur waagerecht sitzt.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Begründen und Argumentieren
    PK-N 3
    • begründen Vermutungen durch Vorwissen, Erfahrungen oder Beobachtungen.
    Vergleichen/Ordnen/Systematisieren
    PK-N 9
    • benennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Beobachtungen, Ereignissen und Objekten.
    Arbeitsprozesse und -ergebnisse bewerten
    PK-N 12
    • bewerten die Qualität ihrer Arbeiten und der ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-T)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Technik herstellen und konstruieren
    PK-T 1
    • sind in der Lage, einfache technische Problem- bzw. Aufgabenstellungen zu erfassen, entsprechende Lösungsansätze zu entwerfen und zu realisieren.
    Technik bewerten
    PK-T 3
    • vergleichen und bewerten technische Problemlösungen im Hinblick auf den technischen Zweck, Materialökonomie und Originalität.
    Technik kommunizieren
    PK-T 4
    • vermitteln, diskutieren und dokumentieren Ideen für technische Lösungen verständlich, unter Nutzung von Sprache, Zeichnung oder Demonstration.
  • Unterrichtseinheit 1: Wir erforschen, wie Gegenstände bewegt und gebremst werden (4 Sequenzen)

    Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

    Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Kräfte und ihre Wirkungen
    IK 1
    • beschreiben, dass eine auf Gegenstände wirkende Kraft diese (ruhenden) Gegenstände in Bewegung versetzen (bzw. abbremsen) kann.
    • beschreiben, dass bei einem schwereren Gegenstand eine größere Kraft wirken muss als bei einem leichteren Gegenstand, damit er in Bewegung versetzt wird.
    • beschreiben, dass bei entgegengesetzt wirkenden, unterschiedlich großen Kräften eine Bewegung in die Richtung entsteht, in welche die größere Kraft wirkt und dass sich gleich große, entgegengesetzt wirkende Kräfte aufheben.
    • beschreiben, dass sich Kräfte, die in dieselbe Richtung wirken, verstärken.
    IK 2
    • beschreiben Reibung als eine Kraft, die überwunden werden muss, damit ein Gegenstand in Bewegung versetzt wird oder in Bewegung bleibt.
    • geben an, dass weniger Kraft gebraucht wird, wenn ein Gegenstand über eine glatte Fläche geschoben wird als wenn der Untergrund rau ist.
    • geben an, dass durch Einsatz von Rollen bzw. Rädern (im Vergleich zum Schieben/Ziehen) die Reibung zwischen einem zu transportierenden Gegenstand und dem Boden verringert wird.
    • begründen die Kraftersparnis beim Einsatz von Rollen damit, dass die Rollen über den Untergrund abrollen statt sich daran zu reiben.
    • beschreiben, wie sich das Rad im Lauf der Geschichte weiterentwickelt hat und nennen die wesentlichen Entwicklungsschritte.
    • konstruieren ein Fahrzeug aus Alltagsmaterialien, bewerten es in Hinblick auf unerwünschte Reibung und optimieren das Fahrzeug.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Vermutungen/Hypothesen bilden
    PK-N 2
    • formulieren Vermutungen zu Fragen oder Beobachtungen.
    Begründen und Argumentieren
    PK-N 3
    • begründen Vermutungen durch Vorwissen, Erfahrungen oder Beobachtungen.
    Dokumentieren/Protokollieren/Daten aufbereiten
    PK-N 8
    • dokumentieren eine Untersuchung mittels Sprache und Zeichnung mit Unterstützung der Lehrkraft bzw. auf Arbeitsblättern mit vorgegebener Struktur.
    • entwickeln und nutzen Symbole zur Dokumentation.
    Interpretieren/Schlussfolgern/Generalisieren
    PK-N 10
    • formulieren Generalisierungen im Sinne von Wenn-dann- oder Je-desto-Beziehungen aufgrund von Beobachtungen.
    • ziehen Schlussfolgerungen im Sinne der Bestätigung oder Falsifikation einer Vermutung bzw. der Beantwortung einer Frage.
    Modellieren
    PK-N 11
    • beschreiben bzw. entwerfen einfache Modelle und beschreiben ihre Vereinfachungen.
    Arbeitsprozesse und -ergebnisse bewerten
    PK-N 12
    • bewerten die Qualität ihrer Arbeiten und der ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-T)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Technik herstellen und konstruieren
    PK-T 1
    • führen technische Versuche durch bzw. beteiligen sich an der Entwicklung.
    • sind in der Lage, einfache technische Problem- bzw. Aufgabenstellungen zu erfassen, entsprechende Lösungsansätze zu entwerfen und zu realisieren.
    • führen Fertigungsprozesse nach Anleitung bzw. nach eigener Planung durch.
    Technik erkunden, analysieren und verstehen
    PK-T 2
    • beschreiben technische Zusammenhänge durch Relationsverhältnisse (z. B. mit Je-desto-Formulierungen).
    • analysieren zugängliche und bedeutsame technische Erfindungen.
    Technik bewerten
    PK-T 3
    • beschreiben und analysieren an Beispielen Veränderungen des Lebens durch den Einsatz technischer Lösungen.
    • bewerten die Bedeutung technischer Entwicklungen für den Menschen, auch bezüglich unerwünschter Folgewirkungen.
    • vergleichen und bewerten technische Problemlösungen im Hinblick auf den technischen Zweck, Materialökonomie und Originalität.
    Technik kommunizieren
    PK-T 4
    • vermitteln, diskutieren und dokumentieren Ideen für technische Lösungen verständlich, unter Nutzung von Sprache, Zeichnung oder Demonstration.
    • recherchieren zu technischen Gegenständen, Entwicklungen und Erfindungen Informationen und teilen die Ergebnisse mit.
  • Unterrichtseinheit 2: Wir sparen Kraft mit Rampen (2 Sequenzen)

    Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

    Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Kraft sparen durch einfache Maschinen (schiefe Ebene)
    IK 5
    • stellen einen Zusammenhang zwischen der Steilheit der Rampe und der Kraftersparnis her (je steiler, desto mehr Kraft ist notwendig).
    • finden durch den Vergleich unterschiedlich steiler Rampen heraus, dass die erforderliche Kraft bei weniger steilen Rampen geringer ist, dass aber der Weg, über den die Last hochgezogen werden muss, länger ist.
    • berichten, wo Rampen im Alltag eingesetzt werden und begründen, warum ihr Einsatz sinnvoll ist.
    • geben an, dass eine Rampe das Nach-oben-Transportieren von Lasten erleichtert, weil weniger Kraft wirken muss als beim lotrechten Hochheben einer Last.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Eine Untersuchung planen
    PK-N 4
    • entwerfen einfache Versuche zur Beantwortung von Fragen und überlegen Arbeitsschritte zu deren Realisierung
    Einen Versuch/ein Experiment aufbauen/durchführen
    PK-N 5
    • führen einfache Versuche oder Experimente durch.
    Messen
    PK-N 7
    • nutzen Messgeräte sachgerecht (richtiges Anlegen der Messgeräte, richtiges Ablesen etc.).
    • beschreiben die Bedeutung des Abgelesenen.
    Interpretieren/Schlussfolgern/Generalisieren
    PK-N 10
    • ziehen Schlussfolgerungen im Sinne der Bestätigung oder Falsifikation einer Vermutung bzw. der Beantwortung einer Frage.
    • formulieren Generalisierungen im Sinne von Wenn-dann- oder Je-desto-Beziehungen aufgrund von Beobachtungen.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-T)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Technik herstellen und konstruieren
    PK-T 1
    • führen technische Versuche durch bzw. beteiligen sich an der Entwicklung.
    Technik erkunden, analysieren und verstehen
    PK-T 2
    • beschreiben technische Zusammenhänge durch Relationsverhältnisse (z. B. mit Je-desto-Formulierungen).

    Unterrichtseinheit 3: Wir sparen Kraft mit Hebeln (2 Sequenzen)

    Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

    Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Kraft sparen durch einfache Maschinen (Hebel)
    IK 6
    • beschreiben die Kraftersparnis bei einem längeren Kraftarm und geben an, dass dabei die Kraft über einen längeren Weg wirken muss.
    • nutzen einseitige und zweiseitige Hebel bei Alltagsgegenständen und beschreiben die Kraftersparnis (Türklinke, Nussknacker, Locher, Kneifzange etc.).
    • bestimmen bei Gegenständen aus dem Alltag Kraftarm, Lastarm und Drehpunkt.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Einen Versuch/ein Experiment aufbauen/durchführen
    PK-N 5
    • führen einfache Versuche oder Experimente durch.
    Dokumentieren/Protokollieren/Daten aufbereiten
    PK-N 8
    • dokumentieren eine Untersuchung mittels Sprache und Zeichnung mit Unterstützung der Lehrkraft bzw. auf Arbeitsblättern mit vorgegebener Struktur.
    Interpretieren/Schlussfolgern/Generalisieren
    PK-N 10
    • formulieren Generalisierungen im Sinne von Wenn-dann- oder Je-desto-Beziehungen aufgrund von Beobachtungen.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-T)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Technik herstellen und konstruieren
    PK-T 1
    • führen technische Versuche durch bzw. beteiligen sich an der Entwicklung.
    Technik erkunden, analysieren und verstehen
    PK-T 2
    • beschreiben technische Zusammenhänge durch Relationsverhältnisse (z. B. mit Je-desto-Formulierungen).
    • untersuchen einfache technische Gegenstände/Prozesse mit teilweise verdeckten Elementen.
    Technik erkunden, analysieren und verstehen
    PK-T 3
    • bewerten die Bedeutung technischer Entwicklungen für den Menschen, auch bezüglich unerwünschter Folgewirkungen.
    • beschreiben und analysieren an Beispielen Veränderungen des Lebens durch den Einsatz technischer Lösungen.
  • Unterrichtseinheit 4: Wir sparen Kraft mit Getrieben – das Fahrrad (4 Sequenzen)

    Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

    Inhaltsbezogene Kompetenzen (IK)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Kraft sparen durch einfache Maschinen (Getriebe)
    IK 7
    • beschreiben den Funktionszusammenhang beim Kettengetriebe des Fahrrads unter Nutzung der eingeführten Fachbegriffe (kleines und großes Zahnrad, Kette, Pedale, Hinterrad).
    • konstruieren einen Riemenantrieb (Fahrradgetriebe-Modell) mit Übersetzung ins Schnelle und mit einem Gang bzw. zwei Gängen.
    • beschreiben den Zusammenhang von Übersetzungsverhältnis und Rollweite des Fahrrads.
    • vergleichen den Kraftaufwand beim Treten in verschiedenen Gängen und setzen ihn in Beziehung zum zurückgelegten Weg.
    • erläutern den Nutzen einer Kettengangschaltung beim Fahrrad im Alltag.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Begründen und Argumentieren
    PK-N 3
    • begründen Vermutungen durch Vorwissen, Erfahrungen oder Beobachtungen.
    • begründen Schlussfolgerungen.
    Beobachten
    PK-N 6
    • beobachten zielgerichtet, auch über einen längeren Zeitraum.
    • trennen zu beobachtende Ereignisse von Nebenereignissen.
    Dokumentieren/Protokollieren/Daten aufbereiten
    PK-N 8
    • dokumentieren eine Untersuchung mittels Sprache und Zeichnung mit Unterstützung der Lehrkraft bzw. auf Arbeitsblättern mit vorgegebener Struktur.
    Vergleichen/Ordnen/Systematisieren
    PK-N 9
    • benennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Beobachtungen, Ereignissen und Objekten.
    Interpretieren/Schlussfolgern/Generalisieren
    PK-N 10
    • formulieren Generalisierungen im Sinne von Wenn-dann- oder Je-desto-Beziehungen aufgrund von Beobachtungen.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-N)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Modellieren
    PK-N 11
    • beschreiben bzw. entwerfen einfache Modelle und beschreiben ihre Vereinfachungen.
    Arbeitsprozesse und -ergebnisse bewerten
    PK-N 12
    • bewerten die Qualität ihrer Arbeiten und der ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
    Prozessbezogene Kompetenzen (PK-T)
    Nr.Die Schülerinnen und Schüler …
    Technik herstellen und konstruieren
    PK-T 1
    • sind in der Lage, einfache technische Problem- bzw. Aufgabenstellungen zu erfassen, entsprechende Lösungsansätze zu entwerfen und zu realisieren.
    Technik erkunden, analysieren und verstehen
    PK-T 2
    • untersuchen einfache technische Gegenstände/Prozesse mit teilweise verdeckten Elementen.
    • beschreiben technische Zusammenhänge durch Relationsverhältnisse (z. B. mit Je-desto-Formulierungen).
    • analysieren zugängliche und bedeutsame technische Erfindungen.
    Technik bewerten
    PK-T 3
    • vergleichen und bewerten technische Problemlösungen im Hinblick auf den technischen Zweck, Materialökonomie und Originalität.
    Technik kommunizieren
    PK-T 4
    • vermitteln, diskutieren und dokumentieren Ideen für technische Lösungen verständlich, unter Nutzung von Sprache, Zeichnung oder Demonstration.
    • lesen, verstehen und setzen einfache Anleitungen um und verfassen kürzere Anleitungen selbst.

3.5 Der Unterricht „Kräfte und Gleichgewicht“ in vier Modulen – eine Übersicht

Im Folgenden findet sich eine Kurzbeschreibung der Module, Unterrichtseinheiten und Sequenzen

  • Unterrichtseinheiten 1 bis 3 

    In Unterrichtseinheit 1 wird zunächst die Stabilität von Gebilden am Beispiel von Türmen erarbeitet (Stabilität durch genügend große Standfläche, durch Stützen und durch Schwerpunktverlagerung nach unten), um danach die gewonnenen Erkenntnisse auf Alltagsgegenstände zu übertragen.

    In Unterrichtseinheit 2 geht es um das Herstellen von Gleichgewicht an einem Mobile, wobei erste Erkenntnisse zur Hebelwirkung gewonnen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden zur Herstellung eines eigenen Mobiles genutzt.

    Unterrichtseinheit 3 thematisiert das Herstellen von Gleichgewicht bei Balancierfiguren (Clown) durch Verlagerung des Schwerpunkts nach unten. Optional können in einer weiteren Sequenz auch asymmetrische Figuren zum Balancieren gebracht werden.

    Unterrichtseinheit 1: Wir erforschen, was Gegenstände stabil macht.

    Sequenz 1

    Wir bauen einen stabilen Turm.

    90 Minuten (oder 2 × 45 Minuten)

    Kinderhände bauen einen Turm aus Holzklötzen und einem grauen Rohr auf einem Tisch.

    Ein Impuls der Lehrkraft führt die Schülerinnen und Schüler zur Aussage, dass Türme stabil sein müssen. Sie sammeln Ideen, wie ein Turm stabil gemacht werden kann, zeichnen ihre Ideen auf und bauen ein Modell. Hinterher testen sie, ob ihr Turm einem „Sturm” standhält. Dabei achten die Schülerinnen und Schüler auf faire Versuchsbedingungen. Sie präsentieren ihre gefundenen Lösungen, begründen sie und demonstrieren die Stabilität mithilfe eines Föhns. Als Ergebnis halten sie fest, wodurch sie den Turm stabil gemacht haben. Anschließend dokumentieren die Schülerinnen und Schüler auf einem Arbeitsblatt ihr Ergebnis. Am Ende der Sequenz werden eingesetzte Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 2

    Wir finden heraus, was einen Turm stabil macht.

    90 Minuten (oder 2 × 45 Minuten)

    Zwei graue Rohre auf Platten, darüber hält eine Hand einen Holzstab.

    Die Schülerinnen und Schüler wiederholen, auf welche Weise sie in der vorangegangenen Sequenz ihren Modellturm stabil gemacht haben. Die Lehrkraft führt die Begriffe „Standfläche“ und „Gewicht“ ein. Durch kontrollierte Experimente, die gemeinsam mit den Kindern entwickelt werden, wird der Zusammenhang zwischen Standfläche bzw. Gewicht und Stabilität untersucht. Das Ergebnis wird an der Tafel festgehalten. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren die Ergebnisse auf zwei Arbeitsblättern, bevor in dieser Sequenz eingesetzte Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt werden.

    Sequenz 3

    Wir entdecken bei Gegenständen aus unserem Alltag, was sie stabil macht.

    45 Minuten

    Fotos an Tafel, sortiert nach: große Standfläche, breites Abstützen, Gewicht unten.

    Die Schülerinnen und Schüler erinnern sich an die vorherige Sequenz und nennen die Vergrößerung der Standfläche und das Anbringen von Gewicht unten am Turm als Stabilisierungsmaßnahmen. Die Lehrkraft weist auf eine dritte Möglichkeit hin – Stützen anbringen –, die (vermutlich) von den Kindern ebenfalls beim Bauen der Türme benutzt wurde.

    Die Schülerinnen und Schüler nennen Beispiele für Stützen aus dem Alltag und stellen sich in verschiedenen Positionen hin, sodass sie überprüfen können, wie sie selbst stabil stehen. Sie erkennen Stabilisierungsmaßnahmen auf Fotos von Alltagsgegenständen und begründen ihre Zuordnung. Am Ende der Sequenz werden eingesetzte Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Unterrichtseinheit 2: Wir konstruieren ein Mobile.

    Sequenz 1

    Wir erkunden, wie ein Mobile funktioniert.

    45 Minuten

    Waagerechter Holzstab mit Pappscheiben hängt als Mobile an einem Faden.

    Die Schülerinnen und Schüler untersuchen am Beispiel eines Mobiles die Funktionsweise eines zweiseitigen Hebels. Die Lehrkraft führt die Begriffe „Drehpunkt“, „Arm“, „waagerecht“ und „Gleichgewicht“ ein. Die Schülerinnen und Schüler stellen Vermutungen an, wie sie einen Mobilestab mit unterschiedlich vielen Pappscheiben (wieder) in eine waagerechte Lage bringen können. Sie zeichnen einen Plan und überprüfen ihre Vermutungen, indem sie das gezeichnete Mobile bauen und mit ihrem Plan vergleichen. Am Ende der Sequenz werden die eingesetzten Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 2

    Wir erweitern das Mobile.

    45 Minuten

    Mobile mit zwei Holzstäben: links zwei Pappscheiben, rechts drei Pappscheiben in Reihe aufgehängt.

    Die Schülerinnen und Schüler vermuten, wie ein Mobilestab wieder in die waagerechte Lage gebracht werden kann, nachdem sie zusätzliche Gewichte angehängt haben (zunächst Pappscheiben, später weitere Etagen mit Pappscheiben). Sie machen eine Skizze, wie sie das Mobile erweitern wollen, und überprüfen ihre Vermutung, indem sie das Mobile bauen. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Mobiles, erläutern die Bauweise, beschreiben die aufgetretenen Schwierigkeiten und die gefundenen Lösungen. Am Ende der Sequenz werden die in dieser Sequenz neu eingesetzten Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 3

    Wir bauen ein Mobile aus Natur­materialien.

    min. 90 Minuten

    Hand hält Mobile aus Ästen, Zapfen, Muscheln und Blättern.

    Die Schülerinnen und Schüler wiederholen, was sie in der letzten Sequenz zu Mobiles gelernt haben. Sie setzen dieses Wissen um, indem sie in Partnerarbeit Mobiles mit Naturmaterialien, die sie selbst gesammelt haben, planen und herstellen. Hinterher präsentieren die Kinder ihre Mobiles. In der Reflexion besprechen sie ihre Vorgehensweise und die Lösung von Schwierigkeiten. Sie benutzen dabei die eingeführten Fachbegriffe. Am Ende der Sequenz werden die in dieser Sequenz neu eingesetzten Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Unterrichtseinheit 3: Wir erforschen, wie Figuren balancieren.

    Sequenz 1

    Wir bringen einen Clown zum Balancieren.

    45 Minuten

    Roter Papierclown balanciert mit beschwerten Füßen auf einem Seil zwischen zwei Wasserflaschen.

    Die Schülerinnen und Schüler beobachten zwei identisch aussehende Clowns, von denen der eine auf einem Seil sitzen bleibt und der andere herunterfällt (in dem einen Clown befinden sich in den Füßen versteckt angebrachte Gewichte, die den Schwerpunkt der Figur nach unten verlagern). Sie überlegen, warum das so ist. Die Schülerinnen und Schüler bringen ihre Clowns durch das Anbringen von Gewichten an deren Füßen auf einem Seil zum Balancieren und präsentieren ihre Lösungen. Das Ergebnis wird auf einem Arbeitsblatt festgehalten. Am Ende der Sequenz werden die eingesetzten Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 2

    Wir bringen weitere Figuren zum Balancieren. (optional)

    45 Minuten

    Hand balanciert Korken mit Draht auf Finger – Beispiel für asymmetrisches Gleichgewicht.

    Die Lehrkraft zeigt asymmetrische Figuren und die Schülerinnen und Schüler bringen diese zum Balancieren. Anschließend präsentieren sie ihre Lösungen und erläutern und begründen ihre Vorgehensweise. Gemeinsam beschreiben sie, wie eine asymmetrische Figur mit nur einem Gewicht zum aufrechten Sitzen gebracht werden kann, wobei das Gewicht der Figur „gut verteilt sein muss“. Das Ergebnis wird auf einem Arbeitsblatt festgehalten. In dieser Sequenz neu eingesetzte Forschungstätigkeiten werden am Ende der Sequenz zusammengetragen und geklärt.

  • Unterrichtseinheit 1

    Der Unterricht für die Klassen 3 und 4 (auch 5/6) umfasst zwei aufeinander aufbauende Themenbereiche, „Kräfte und ihre Wirkungen“ sowie „Kraft sparen durch einfache Maschinen“, mit insgesamt vier Unterrichtseinheiten.

    Themenbereich „Kräfte und ihre Wirkungen“

    In Unterrichtseinheit 1 lernen die Schülerinnen und Schüler das Phänomen Reibung als eine Kraft kennen, die Bewegungen verlangsamt. Dazu führen sie einfache Versuche durch und bauen abschließend ein möglichst reibungsarmes Fahrzeug aus Alltagsmaterialien.

    Unterrichtseinheit 1: Wir erkunden, wie Gegenstände bewegt und gebremst werden.

    Sequenz 1

    Wir bewegen Gegenstände.

    90 Minuten (oder 2 x 45 Minuten)

    Sechs Kinder spielen Tauziehen in zwei Teams – Darstellung entgegengesetzt wirkender Kräfte.

    Die Lehrkraft erarbeitet mit den Schülerinnen und Schülern den Kraftbegriff am Beispiel eines Balls. Dabei werden die Ausprägungen „Kraft brauchen, um etwas in Bewegung zu versetzen“, „unterschiedlicher Kraftaufwand bei unterschiedlich schweren Bällen“ und „Kraft brauchen, um eine Bewegung zu stoppen” thematisiert. Im weiteren Verlauf der Sequenz suchen die Schülerinnen und Schüler Gegenstände, bei denen Kraft eingesetzt werden muss, um diese in Bewegung zu versetzen oder sie zu stoppen. Sie dokumentieren ihre Funde. Bildimpulse zum „Tauziehen“ führen zur Frage, was bei entgegengesetzt wirkenden Kräften passiert. Die in dieser Sequenz eingesetzten Forschungstätigkeiten werden am Ende der Sequenz zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 2

    Wir erkunden, was Gegenstände bremst.

    45 Minuten

    Puck liegt auf einer von zwei Rampen mit unterschiedlicher Beschichtung vor einer Plastikbox.

    Die Schülerinnen und Schüler stupsen sich im Kreis einen Puck zu. Sie beobachten, dass der Puck vom Boden gebremst wird. Anschließend untersuchen sie in Gruppen unterschiedliche Untergründe und notieren je ein Beispiel für einen Untergrund, der stark reibt, und einen Untergrund, der wenig reibt. In einem geplanten Versuch überprüfen die Schülerinnen und Schüler ihre Beobachtungen, dokumentieren ihre Erkenntnisse auf einem Arbeitsblatt und halten sie in einem Je-desto-Satz fest. Am Ende der Sequenz werden eingesetzte Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 3

    Wir finden heraus, wie uns Räder nutzen.

    45 Minuten

    Zwei Kinder rollen eine Getränkekiste auf Holzstäben über den Boden, um Reibung zu verringern.

    Die Schülerinnen und Schüler übertragen die in der letzten Sequenz erarbeiteten Erkenntnisse auf eine neue Situation: Sie sollen einen schweren Gegenstand (einen Wasserkasten) auf dem Boden bewegen. Sie entwickeln Ideen, wie die Reibung des Gegenstands mit dem Boden verringert werden kann. Sie stellen die Last zunächst auf Stäbe, um sie darauf vorwärtszurollen. Anhand eines bebilderten Arbeitsblatts vollziehen sie die Erfindung des Rads (von der Rolle zum Rad) nach und sprechen über die Bedeutung dieser Erfindung für die Menschheit. Am Ende der Stunde werden in dieser Sequenz eingesetzte Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 4

    Wir bauen Fahrzeuge, die gut rollen.

    90 Minuten

    Ein selbstgebautes Auto aus einem Milchkarton mit vier Holzrädern.

    Gemeinsam mit der Lehrkraft führen die Schülerinnen und Schüler einen Versuch durch, bei dem sie die Reibung überprüfen. Anschließend bauen sie Fahrzeuge mit Rädern, testen und optimieren diese. Die Schülerinnen und Schüler zeichnen ihre Fahrzeuge und dokumentieren ihre Ergebnisse. Anschließend können die Fahrzeuge in einer Ausstellung präsentiert werden. Am Ende der Sequenz werden eingesetzte Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

  • Unterrichtseinheit 2 und Unterrichtseinheit 3

    Themenbereich „Kraft sparen durch einfache Maschinen“

    In diesem Themenbereich nähern sich die Schülerinnen und Schüler durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen einfachen Maschinen einem Verständnis der sogenannten Goldenen Regel der Mechanik an: Was ich an Kraft spare, muss ich an Weg zusetzen.

    In Unterrichtseinheit 2 beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Sparen von Kraft durch schiefe Ebenen (Rampen).

    In Unterrichtseinheit 3 wird das Sparen von Kraft durch Hebel thematisiert.

    Unterrichtseinheit 2: Wir sparen Kraft mit Rampen.

    Sequenz 1

    Wir unter­suchen unter­schiedlich steile Rampen.

    45 Minuten

    Kind zieht Spielzeugwagen an Schnur über unterschiedlich steile Rampen aus Holz.

    Die Schülerinnen und Schüler ziehen einen Spielzeugwagen an einer Schnur unterschiedlich steile Rampen hinauf und spüren, dass sie dafür unterschiedlich viel Kraft benötigen. Mit einer Feder lässt sich die Kraft genauer bestimmen. Das Messen der Kraft bei allen drei Rampen wird im Sitzkreis durchgeführt.

    Aus dem Beobachteten schließen die Schülerinnen und Schüler, dass man zum Hochziehen bei der längsten und flachsten Rampe am wenigsten Kraft benötigt. Sie formulieren ihr Ergebnis anschließend in Form eines Je-desto-Satzes und halten es auf einem Arbeitsblatt fest. Knobelaufgaben geben Hinweise zur Nutzung von Rampen früher und heute. Hierbei wird bei der Zusatzaufgabe der Knobelaufgabe „Eine Pyramide bauen“ eine Verbindung zur Sequenz 4 der Unterrichtseinheit 1 für die Klasse 3/4 (Wir bauen Fahrzeuge, die gut rollen.) hergestellt. Zum Abschluss werden eingesetzte Forschungstätigkeiten gemeinsam zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 2

    Wir erproben unter­schiedlich steile Rampen in der Turn­halle. (optional)

    90 Minuten

    Junge zieht mit einem Seil eine Last eine schräge Turnbank hinauf, um Kraftaufwand zu erleben.

    Die Lehrkraft kündigt an, dass die Schülerinnen und Schüler nun Erfahrungen am eigenen Körper zu den in der vorangegangenen Sequenz erarbeiteten Erkenntnissen im Sportunterricht machen können. In Gruppen arbeiten die Schülerinnen und Schüler an drei Stationen. Sie probieren verschiedene Möglichkeiten aus, eine Last (einen Korb mit schweren Bällen) nach oben zu transportieren. An Station 1 ziehen sie die Last über eine kurze, steile Bank nach oben. An Station 2 ziehen sie die Last über eine längere, weniger steile Rampe (zwei Bänke hintereinander) hoch. Bei Station 3 ziehen sie die Last senkrecht nach oben. Anschließend besprechen die Schülerinnen und Schüler, an welcher Station sie am meisten bzw. am wenigsten Kraft gebraucht haben. Sie vergleichen, wie lang der Weg war, über den sie den Korb gezogen haben. Die Erkenntnisse werden mündlich zusammengetragen.

    Unterrichtseinheit 3: Wir sparen Kraft mit Hebeln. 

    Sequenz 1

    Wir heben einen Tisch mit Hebeln.

    45 Minuten

    Zwei unterschiedlich lange Hebel unter einem Tisch zeigen die Hebelwirkung beim Anheben.

    Die Lehrkraft berichtet den Schülerinnen und Schülern, wie Archimedes die Wirkung des Hebels entdeckt hat. Die Schülerinnen und Schüler testen die Wirkung eines Hebels, indem sie einen Tisch mit einem längeren und einem kürzeren Hebel anheben. Die Lehrkraft führt die Begriffe Hebel, Drehpunkt, Hebelarm, Lastarm und Kraftarm ein. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Erkenntnisse auf einem Arbeitsblatt und halten sie in Je-desto-Sätzen fest. Am Ende der Sequenz werden die eingesetzten Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 2

    Wir unter­suchen, wie Hebel bei Gegen­ständen aus unserem All­tag wirken.

    90 Minuten

    Zwei Jungen führen ein Hebel-Experiment durch, einer drückt den Arm des anderen nach unten.

    Die Schülerinnen und Schüler wiederholen die Erkenntnisse der letzten Unterrichtssequenz. In mehreren Stationen erkunden sie anschließend die Wirkung von Hebeln bei Alltagsgegenständen. Sie bestimmen den Drehpunkt und den Kraftarm der Alltagsgeräte und vergleichen den Kraftaufwand bei einem kurzen und einem langen Kraftarm. In der Reflexion übertragen die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse der letzten Sequenz auf diese Alltagssituationen. Die Erkenntnisse halten sie auf Arbeitsblättern fest. Am Ende der Sequenz werden die eingesetzten Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

  • Unterrichtseinheit 4

    Themenbereich „Kraft sparen durch einfache Maschinen“

    In diesem Themenbereich nähern sich die Schülerinnen und Schüler durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen einfachen Maschinen einem Verständnis der sogenannten Goldenen Regel der Mechanik an: Was ich an Kraft spare, muss ich an Weg zusetzen.

    In Unterrichtseinheit 4 lernen die Schülerinnen und Schüler das Sparen von Kraft durch Getriebe kennen.

    Unterrichtseinheit 4: Wir sparen Kraft mit Getrieben.

    Sequenz 1

    Wir zeichnen ein Fahr­rad, das fahren kann.

    45 Minuten

    Ein umgedrehtes Fahrrad steht da, Kette und Zahnräder sind von einer weißen Platte verdeckt.

    Zu Beginn der Sequenz betrachten die Schülerinnen und Schüler ein auf dem Kopf stehendes Fahrrad mit verdeckter Kette und verdeckten Zahnrädern (Blackbox). Sie zeichnen ein Fahrrad mit allen Teilen, die notwendig sind, damit man vorwärtsfahren kann. Die Zeichnungen werden besprochen und die Begriffe Vorderrad, Hinterrad, Zahnrad, Kette und Pedal am umgedrehten Fahrrad erarbeitet. Am Ende der Sequenz werden eingesetzte Forschungstätigkeiten gemeinsam zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 2

    Wir bauen ein Modell eines Ketten­getriebes

    90 Minuten

    Zeichnung eines Fahrrads: Kette, Pedalen, Zahnrädern, Vorderrad und Hinterrad sind beschriftet.Baukästen, mit denen Schülerinnen und Schüler ein Kettengetriebe-Modell bauen.

    Die Lehrkraft zeigt den Schülerinnen und Schülern das auf dem Kopf stehende, beschriftete Fahrrad mit Blackbox und legt die Begriffskarten mit Teilen des verdeckten Getriebes dazu. Die Schülerinnen und Schüler wiederholen die Begriffe Vorderrad, Hinterrad, Zahnrad, Kette und Pedal sowie die Vorstellungen, Ideen und Fragen zur Funktionsweise direkt am Fahrrad. Die Lehrkraft geht dabei insbesondere auf die Unterschiede in den Zeichnungen ein und auf die Fragen, die sich daraus ergeben haben. Wie es unter der Abdeckung genau aussieht, ist größtenteils noch unklar.

    Mit Bausätzen von Opitec bauen die Schülerinnen und Schüler anschließend Modelle von Fahrradgetrieben. Statt einer Kette benutzen sie dazu Riemen (Gummibänder). Anschließend erklären sie an ihren Modellen und dann auch am umgedrehten Fahrrad (die Blackbox ist nun geöffnet), wie das Getriebe funktioniert. Sie fertigen eine Zeichnung des Kettengetriebes an und vergleichen diese mit ihrer zuvor angefertigten Zeichnung. Am Ende der Sequenz werden eingesetzte Forschungstätigkeiten zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 3

    Wir bauen ein Modell eines Ketten­getriebes mit zwei Gängen.

    45 Minuten

    Ein Modell eines Kettenantriebes

    Die Schülerinnen und Schüler entdecken an einem auf dem Kopf stehenden Fahrrad mit Blackbox, dass das Hinterrad sich unterschiedlich oft dreht, je nachdem, ob das Pedal im kleinen Gang oder im großen Gang einmal herumgedreht wird. Sie vermuten, dass es sich um verschiedene Gänge beim Fahrrad handelt. Sie bauen ein Riemengetriebe mit Gangschaltung, das mindestens zwei Gänge hat. Im Plenum vermuten die Schülerinnen und Schüler, wozu es unterschiedliche Gänge gibt und wann welcher Gang sinnvoll eingesetzt wird. In dieser Sequenz eingesetzte Forschungstätigkeiten werden am Ende zusammengetragen und geklärt.

    Sequenz 4

    Wir er­forschen, wie die ver­schiedenen Gänge wirken.

    90 Minuten

    Zwei schematische Darstellungen einer Fahrrad-Gangschaltung mit farbigen Zahnrädern.

    Die Ergebnisse aus der vorherigen Sequenz werden wiederholt. Die Schülerinnen und Schüler testen den Unterschied beim Treten der Pedale im kleinsten und im größten Gang, zunächst mit der Hand, anschließend beim Fahren. Falls möglich, testen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Situationen und überlegen, in welchen ein großer oder ein kleiner Gang geeignet ist. Bei der Reflexion werden die Vermutungen und Erkenntnisse aufgegriffen und daraus Ergebnisse formuliert. Die in dieser Sequenz eingesetzten Forschungstätigkeiten werden am Ende der Sequenz zusammengetragen und geklärt.

3.6 Materialien zur Vorbereitung des Unterrichts

Das ergänzende Handbuch zum jeweiligen Modul ist mit den Materialkisten zum Modul erwerbbar. Es umfasst neben den drei hier online gestellten Kapiteln folgende Inhalte:

Kapitel 4 bis 6 des Handbuchs (als pdf):

  • in Kapitel 4 alle wichtigen fachlichen Informationen zum Thema, verständlich dargestellt
  • in Kapitel 5
    • die in der jeweiligen Sequenz angestrebten Kompetenzen mit dem zugehörigen Wissen
    • eine kurze Zusammenfassung des vorgeschlagenen Unterrichtsverlaufs und organisatorische Hinweise zur Sequenz
    • einen gegliederten, möglichen Verlauf mit ungefähren Zeitangaben (linke Spalte), einer Auflistung der in der jeweiligen Phase benötigten Materialien (rechte Randspalte), wichtigen Impulsen, möglichen Äußerungen der Schülerinnen und Schüler, möglichen Ergebnissen des Unterrichts sowie ggf. Vorschlägen für Differenzierungsmaßnahmen und Variationen
    • Listen der in der Sequenz benötigten Materialien aus den Kisten sowie der wenigen zusätzlich zu beschaffenden Materialien (durch Kursivschrift gekennzeichnet)
    • ggf. Versuchsbeschreibungen mit fachlichem Hintergrund und Abbildungen
  • in Kapitel 6 (Anhang) die Inhalte der Materialkisten, Literatur, ein Glossar und Bildnachweise

Kopiermaterialien zu dem jeweiligen Modul:

  • ggf. Begriffs-, Satz-, Frage-, Reflexions- und Bildkarten sowie Sprachhilfen
  • ggf. Arbeitsblätter für die Schülerinnen und Schüler, zumeist differenziert nach Schwierigkeit (auch in Word, editierbar)
  • ggf. Stationskarten
  • ggf. Tippkarten (für differenzierende Maßnahmen)
  • ggf. Knobelaufgaben, die zur Vertiefung, Differenzierung oder auch zur Diagnostik eingesetzt werden können
  • zu jeder Unterrichtseinheit zudem eine Reihentransparenz
  • Karten zu den potenziellen Forschungstätigkeiten

Weitere Materialien zur Vorbereitung auf den Unterricht:

  • E-Books als Alternative zu den Arbeitsblättern oder Ergänzung/Differenzierung/Vertiefung für die Hand der Schülerinnen und Schüler zum jeweiligen Modul
  • Videos der im Unterricht eingesetzten Versuche bzw. Experimente (zum jeweiligen Modul)
  • Anregungen zur Sprachförderung
  • Anregungen zur Klassenführung
  • Naturwissenschaftlich und technisch arbeiten und denken lernen – ein Spiralcurriculum für den Aufbau prozessbezogener Kompetenzen

Wichtig ist, dass es sich bei den Materialien nur um einen Vorschlag handelt, wie der Unterricht ablaufen könnte. Die Lehrkraft hat die Aufgabe, den Unterricht an die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler sowie an ihre Interessen und Ideen anzupassen.

Beispiele aus Kapitel 5 zu Modul 1:

Kompetenzen und Kurzbeschreibung sowie Organisation der Sequenz

 Verlaufsplanung einer Sequenz (Ausschnitt)

Arbeitsblatt (ein Beispiel)

1 An diesem Kapitel hat Peter Labudde mitgewirkt.

2 An diesem Kapitel hat Peter Labudde mitgewirkt.

3 Aus: Bertelmann, H.; Nachtigäller, I.; Flesch, M. & Möller, K. (2017): Wie funktioniert ein Fahrradgetriebe? Grundschulunterricht Sachunterricht – Technische Phänomene, Jg. 64, S. 8–12.

4 Der stufenartige Aufbau von Kompetenzen vom Elementar- über den Primar- bis zum Sekundarbereich im Themengebiet Kräfte und Gleichgewicht wurde von folgenden Personen erarbeitet: Ilonca Hardy und Mirjam Steffensky (Elementarbereich), Kornelia Möller, Mareike Bohrmann, Hans-Peter Wyssen, Anna Klein und Torben Wilke (Primarbereich) sowie Peter Labudde, Claudia Stübi und Simon Rösch (Sekundarbereich). Er findet sich unter Mechanik-Elementar-Handreichung.pdf. Wir danken der Deutschen Telekom Stiftung für die Unterstützung des Projekts.